Donnerstag früh ging es ohne Frühstück auf zum Südbahnhof. Um 7:45 Uhr sollte unser Zug nach Qingdao (tschingdao) gehen. Deshalb “sollte”, da er bereits um 7:42 abfuhr, es waren nämlich schon alle Fahrgäste im Zug. Dadurch waren wir sogar 4 Minuten früher am Ziel als angekündigt, nämlich 12:02 statt 12:06. DAS MUSS DIE ÖBB MAL SCHAFFEN!
Qingdao ist eine Hafenstadt im Nordosten Chinas, am gelben Meer. Ca. 1200 km von Beijing entfernt. Die Stadt war lange Zeit deutsche Kolonie, weshalb auch viele deutsche architektonische Einflüsse zu erkennen sind.
Unser Zug erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 316 km/h. Ansonsten war die Fahrt recht unspektakulär, der Zug wurde nach deutschem Vorbild gebaut und schaut dem ICE auch sehr ähnlich.
In Qingdao angekommen war es erstmal kalt. Und windig. Als wir dann endlich ein Taxi gefunden haben, dass uns zum (12 Stunden vorher gebuchten) Hostel brachte, wurde das Wetter schon wieder angenehmer. Zumindest der Wind ist in der Innenstadt nicht mehr so stark.
Das Hostel selbst ist in einem vierstöckigen, fast 100 Jahre alten deutschen Haus in der “Deutschen Straße”, im deutschen Teil der Stadt untergebracht. Nicht ganz das, was wir uns unter Chinaurlaub vorstellen, aber naja. Das Zimmer war ganz in Ordnung, es gab eine Bar und bis auf die Tatsache, dass es im ganzen Haus keine einzige westliche Toilette gab (nur so ein asiatisches Loch im Boden), gab es eigentlich nichts zum aussetzen.
Nach Ankunft und Check-In ging es erstmal auf Erkundungstour und vorallem auf Futtersuche.
Unser treuer Begleiter namens Lonly Planet hatte auch gleich die richtige Adresse parat, ein Barbeque (Grill) Lokal. Dabei handelte es sich um ein Shishkebap Lokal. Also Spieße mit Fleisch und Fisch und wer weiß was noch drauf. Da nicht wirklich gleich erkennbar war, um was es sich bei den Zutaten handelte, haben wir uns etwas normales ausgesucht. Ich hatte frittierten Fisch mit süß-saurer Sauce, Alec hatte irgendwas mit Fleisch, Gemüse und Schwammerl und die anderen beiden haben sich was mit Chillis und Rindfleisch ausgesucht. Das hat am Bild auch wirklich gut ausgeschaut. In Wirklichkeit war das aber rohes Fleisch in heißem Chilli-Öl. Aber nicht heiß genug, dass das Fleisch auf irgendeine Weise gekocht worden wäre. Noch dazu hat das Fleisch nach nix geschmeckt.
Nach weiterer Stadterkundung gabs dann noch was an einem Straßenstand.
Am nächsten Tag gings nach einem Frühstück mit süßem Toastbrot, Ei und Spamwurst auf zum Strand Nummer 6. In wassernähe war es wieder kalt und windig. Wir haben alle schon schönere Strände gesehen, aber das war auch nicht der schönste, sondern der nächste Strand.
Nach dem Strand schauten wir uns noch das Qingdao-equivalent der Silkstreet an.
Nach einigen neuen Eindrücken gings dann zurück ins Hostel um bei diversen Tsingtaos über die weitere Vorgehensweise zu diskutieren. Wir entschlossen uns am nächsten Tag nach Beijing zurückzufahren.